Zur Gewinnrealisierung bei teilentgeltlichen Übertragungen von Einzelwirtschaftsgütern zwischen Betriebsvermögen

Mit Urteil vom 11. Dezember 2025 (IV R 17/23) hat der IV. Senat des BFH seine bisherige Rechtsprechung bestätigt, nach der nach § 6 Abs. 5 Satz 3 EStG auch die teilentgeltliche Übertragung betrieblicher Einzelwirtschaftsgüter zwischen verschiedenen Betriebsvermögen steuerneutral erfolgen kann, solange das geleistete Entgelt den Buchwert des übertragenen Wirtschaftsgutes nicht übersteigt (sog. modifizierte Trennungstheorie). […]

Nichtabziehbarkeit von Steuerberaterkosten zur Berechnung des Veräußerungsgewinns nach einem Beteiligungsverkauf

Der BFH hat mit Urteil vom 9. September 2025 (Az. IX R 12/24) entschieden, dass Steuerberatungskosten, die für die Gewinnermittlung aus der Veräußerung einer Beteiligung im Rahmen der Erstellung der Steuererklärung anfallen, keine abziehbaren Veräußerungskosten gem. § 17 Abs. 2 S. 1 EStG darstellen. I. Einleitung Der Gewinn aus der Veräußerung von Kapitalgesellschaftsanteilen stellt Einkünfte […]

Schenkungsteuer bei disquotalen Einlagen in Personengesellschaften

Insbesondere bei Familiengesellschaften kommt es nicht selten vor, dass nur ein Gesellschafter eine Einlage in die Gesellschaft leistet, ohne hierfür eine entsprechende Gegenleistung zu erhalten. In der Praxis darf bei solchen sog. disquotalen Einlagen nicht übersehen werden, dass diese eine Schenkung an die anderen Mitgesellschafter darstellen können. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die […]

Grunderwerbsteuer beim Auseinanderfallen von Signing und Closing

Der Bundesfinanzhof hält es in seinem Beschluss vom 9. Juli 2025 (Az.: II B 13/25) für rechtlich zweifelhaft, dass zweimal Grunderwerbsteuer festzusetzen ist, wenn bei einem Erwerb von Anteilen an einer GmbH das Signing (Abschluss des Kaufvertrages) und Closing (dinglicher Vollzug des Kaufvertrages) zeitlich auseinanderfallen und dem Finanzamt bei Festsetzung der Grunderwerbsteuer nach § 1 […]

AUFSICHTSRATSVERGÜTUNGEN – UMSATZSTEUER ODER DOCH NICHT?

Aufsichtsratsmitglieder erzielen mit ihrer Tätigkeit ertragsteuerlich Einkünfte aus selbständiger Arbeit. Bisher folgte die Umsatzsteuer dieser Beurteilung und stufte Aufsichtsratsmitglieder als Unternehmer ein, so dass die Vergütungen generell der Umsatzsteuer unterlagen. Aufgrund neuester Rechtsprechung ist diese Ansicht jedoch teilweise überholt. Zukünftig muss im Einzelfall geprüft werden, ob Aufsichtsratsvergütungen umsatzsteuerpflichtig sind oder nicht.

Die Besteuerung einer Personengesellschaft wie eine Kapitalgesellschaft – sinnvoll oder nicht?

Für Personenhandelsgesellschaften besteht neuerdings die Möglichkeit, Gewinne nach den Vorgaben des Körperschaftsteuerrechts zu besteuern. Damit erfolgt eine Gleichstellung mit einer GmbH oder AG. Diese sog. Optionsmöglichkeit bietet sich unter anderem an, wenn die Gewinne der Gesellschaft nicht ausgeschüttet werden sollen. Andererseits bringt die Umstellung eine Vielzahl von Anforderungen sowie Pflichten mit sich und bedarf auch […]

Sie ist da – die lang erwartete Grunderwerbsteuerreform!

Im unserem Newsletter 2019 | Q2 hatten wir bereits über die geplante Grunderwerbsteuerreform berichtet, mit der als missbräuchlich infizierte Gestaltungen im Rahmen der Veräußerung von Geschäftsanteilen künftig verhindert werden sollen. Das Gesetzgebungsverfahren lag seitdem auf Eis. Am 7. Mai 2021 hat der Bundesrat dem Gesetz nunmehr jedoch zugestimmt, so dass es am 17. Mai 2021 […]

Mitteilungspflichten bei grenzüberschreitenden Steuergestaltungen – Umsetzung der „DAC 6“

Seit dem 1. Juli 2020 gelten in Deutschland besondere Mitteilungspflichten für sog. grenzüberschreitende Steuergestaltungen. Sie sind das Ergebnis der Umsetzung der europäischen Richtlinie „DAC 6“. Grenzüberschreitende Steuergestaltungen sind mit einer Frist von 30 Tagen an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden, ansonsten drohen Geldbußen. Die Finanzverwaltungen der EU-Mitgliedstaaten werden die offengelegten Informationen im Rahmen eines […]

Die steuerprivilegierte Veräußerung freiberuflicher Praxen – BFH zur Anwendung der Tarifbegünstigung bei (geringfügiger) Fortführung der freiberuflichen Tätigkeit

In einem aktuellen Beschluss konkretisiert der BFH die Kriterien, gemäß denen nach der Veräußerung einer freiberuflichen Praxis die Wiederaufnahme der freiberuflichen Tätigkeit innerhalb des bisherigen örtlichen Wirkungskreises für die steuerliche Privilegierung des bei der Veräußerung erzielten Veräußerungsgewinns unschädlich ist.